Informationen aus dem Ortsteil Klein Kordshagen

Klein Kordshagen – ein Dorf hat Grund zum feiern

Es ist der 13. Januar 1264.

Witzlaff, Fürst der Rüganer, verspricht dem Kloster Neuenkamp jährlich 10 Drömt Roggen aus der fürstlichen Mühle bei Conradeshaghen und erlaubt dem Kloster im See Pütte zu fischen. Im Gegenzug wurde Wasser aus einem dem Kloster gehörendem See abgeleitet.


Heute 750 Jahre später schauen wir mit Stolz auf unser kleines Dorf zurück und werden am 18. Januar mit einem gemeinschaftlichen Feuer das Festjahr einläuten.

Die damalige Mühle, welche höchst wahrscheinlich auf Höhe Freienlande am Bachlauf stand, versorgte die Einwohner Stralsunds mit Mehl und wurde schon kurze Zeit später abgebaut, um sie in Garbodenhagen wieder aufzubauen. Auch die Schreibweise änderte sich schnell. Aus Conradeshaghen wurde bis 1396 Cordshagen. Das „Klein“ kam im 16. Jahrhundert zur besseren Unterscheidung zu dem 10 km entfernten Groß Kordshagen.

Alle Eroberer und Befreier von Stralsund hat unser Dorf kommen und gehen sehen. 

Adlige Gutsherren und einfache Bauern, Flüchtlinge und Soldaten, Geburt und Tod in einer Strasse - 750 Jahre lang.

 

 

Das Hagendorf befand sich laut alten Karten westlich der heutigen Dorfstraße und fasste Anfangs vielleicht gerade einmal 6 Höfe. Jeder Hof hatte nach vorne und hinten raus ein schmales, langes Feldstück, welches bestellt wurde.

Heute leben über 100 Einwohner in unserem Dorf und jedes Jahr kommen mehr hinzu. Doch die Geschichten über den Bahnhof am Dorfrand, an dem die Franzburger Kreisbahn von Stralsund nach Barth bis 1965 hielt und mit dem viele Kinder nach Altenpleen zu Schule fuhren, oder die Mythen welche sich um den Gedenkstein im Walde ranken, werden auch in Zukunft weiter erzählt.

 

 

Quellen:
„Urkundenbuch zur Geschichte des Fürstentums Rügen unter den eingeborenen Fürsten“ von Carl Gustav Fabricius 1853.

Bildanhang:
Matrikelkarte der Landesaufnahme von Schwedisch-Pommern 1692-1709